Wenn dein Hund bei Gewitter zittert

was ihm jetzt wirklich helfen kann

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Es donnert. Vielleicht zuckt dein Hund beim ersten lauten Knall nur kurz zusammen. Doch mit dem nächsten Donner wird er unruhiger. Er beginnt zu hecheln, sucht deine Nähe oder zieht sich zurück. Manche Hunde verstecken sich in der hintersten Ecke und zittern am ganzen Körper.
Vor Kurzem habe ich genau so einen Hund erlebt.
Er hatte nicht einfach ein bisschen Angst. Sein ganzer Körper zeigte, wie belastend dieses Gewitter für ihn war. Und während ich ihn beobachtete, ging mir vor allem eine Frage durch den Kopf:

Was hilft einem Hund in diesem Moment wirklich?

Denn Ratschläge gibt es viele. CBD-Tropfen, Bachblüten, Kräuter, beruhigende Ergänzungsfuttermittel oder spezielle Shirts werden empfohlen. Dazu kommt der gut gemeinte Rat, den Hund einfach abzulenken oder seine Angst möglichst nicht zu beachten.
Doch wenn ein Hund vor Angst zittert, möchte ich nicht einfach irgendetwas ausprobieren. Ich möchte verstehen, was gerade mit ihm passiert und was ihm wirklich helfen kann.

Das gilt nicht nur für Gewitter. Auch Feuerwerk, Böller oder andere plötzlich auftretende Geräusche können für einen geräuschempfindlichen Hund enorm belastend sein.
Deshalb schauen wir in diesem Artikel nicht nur auf mögliche Hilfsmittel. Wir schauen zuerst auf den Hund.


Warum können Gewitter und Feuerwerk für Hunde so belastend sein?

Für uns ist ein Gewitter meist vorhersehbar. Wir sehen die dunklen Wolken, hören den ersten Donner und wissen, was passiert.

Ein Hund erlebt diese Situation anders.

Sein empfindliches Gehör nimmt Geräusche sehr intensiv wahr. Bei einem Gewitter kommen außerdem verschiedene Reize gleichzeitig zusammen: Donner, Lichtblitze, Wind und Veränderungen in der Umgebung. Beim Feuerwerk sind es zusätzlich die plötzlich auftretenden Knallgeräusche, Lichtblitze und Gerüche.
Vor allem die Unvorhersehbarkeit kann belastend sein. Der Hund weiß nicht, wann der nächste Knall kommt und wann die Situation wieder vorbei ist.
Einige Hunde bleiben dabei erstaunlich gelassen. Andere werden unruhig, suchen Schutz oder reagieren mit deutlicher Angst.
Und genau deshalb sollten wir einen Hund, der sich während eines Gewitters versteckt oder zittert, nicht als „überempfindlich“ betrachten.

Er zeigt uns gerade, dass er sich nicht sicher fühlt.

Als Welpin war ich mutig


Ein geschützter Rückzugsort kann einem Hund helfen, sich bei Gewitter oder Feuerwerk sicherer zu fühlen.


Angst beginnt nicht erst beim Zittern – diese Signale solltest du erkennen

Wenn ein Hund bei Gewitter am ganzen Körper zittert oder sich in der hintersten Ecke versteckt, ist seine Angst kaum zu übersehen.
Doch oft beginnt sie viel früher und wesentlich leiser.
Vielleicht läuft dein Hund plötzlich unruhig durch die Wohnung. Er legt die Ohren an, hechelt, obwohl es gar nicht warm ist, oder folgt dir auf Schritt und Tritt. Manche Hunde suchen ganz bewusst die Nähe ihres Menschen, während andere genau das Gegenteil tun und sich zurückziehen möchten.

Typische Anzeichen von Angst und starker Anspannung können sein:

🐾 starkes Hecheln oder Speicheln
🐾 Zittern
🐾 angelegte Ohren und geduckte Körperhaltung
🐾 rastloses Hin- und Herlaufen
🐾 ungewöhnlich starkes Nähebedürfnis
🐾 Verstecken oder Rückzug
🐾 Futter oder Leckerlis verweigern
🐾 Winseln oder Bellen
🐾 Fluchtversuche

Nicht jeder Hund zeigt seine Angst auf die gleiche Weise. Gerade deshalb finde ich es so wichtig, den eigenen Hund gut zu kennen.
Denn du weißt am besten, welches Verhalten für deinen Hund normal ist.
Wenn ein Hund, der sonst entspannt in seinem Körbchen schläft, plötzlich nicht mehr zur Ruhe kommt, ständig deine Nähe sucht oder sich an einem ungewöhnlichen Ort versteckt, lohnt es sich hinzuschauen – auch wenn er noch nicht zittert.


💜 Angst ist keine schlechte Angewohnheit

Ein ängstlicher Hund stellt sich nicht an. Er versucht auch nicht, durch sein Verhalten besondere Aufmerksamkeit zu bekommen.

Er hat Angst.

Deshalb müssen wir einen Hund in dieser Situation weder ignorieren noch dazu zwingen, seine Angst „auszuhalten“.
Wenn dein Hund deine Nähe sucht, darfst du für ihn da sein. Ruhige Berührungen können ihm Sicherheit geben, wenn er sie in diesem Moment möchte. Möchte er sich dagegen lieber zurückziehen, solltest du auch das respektieren.

Für mich lautet die wichtigste Frage deshalb nicht:

„Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?“

Sondern:

„Was braucht mein Hund gerade, damit er sich sicherer fühlen kann?“

Und genau da können wir als Hundemenschen schon sehr viel tun.


Manche Hunde suchen bei Angst die Nähe ihres Menschen, andere möchten sich zurückziehen. Beides darf sein.


Was kannst du tun, wenn dein Hund bei Gewitter oder Feuerwerk Angst hat?

Wenn draußen der erste Donner zu hören ist und dein Hund bereits unruhig wird, ist nicht der richtige Moment für ein großes Training. Jetzt geht es zunächst darum, ihm möglichst viel Sicherheit zu geben und die Situation für ihn erträglicher zu machen.
Dabei gibt es nicht die eine Methode, die bei jedem Hund funktioniert. Der eine möchte sich ganz nah an seinen Menschen kuscheln, der nächste verkriecht sich lieber in einer geschützten Ecke.
Genau deshalb ist mein erster Rat: Beobachte deinen Hund und schau, was ihm in diesem Moment guttut.

🏡 Schaffe einen sicheren Rückzugsort

Viele Hunde suchen sich bei Angst ganz von selbst einen geschützten Platz. Das kann ihr Körbchen sein, eine Ecke unter dem Tisch oder sogar das Badezimmer.
Wenn dein Hund bereits einen solchen Lieblingsplatz hat, lass ihn dort.
Du kannst aber auch schon an ruhigen Tagen einen Rückzugsort schaffen, den dein Hund mit Sicherheit und Entspannung verbindet. Eine gemütliche Decke, sein Körbchen oder ein anderer vertrauter Platz reichen dafür völlig aus.

Wichtig ist: Der Rückzugsort sollte niemals erst dann interessant werden, wenn draußen bereits das Gewitter tobt. Dein Hund darf ihn vorher als etwas Positives kennenlernen.

⛈️ Schirme Donner und Blitze möglichst gut ab

Fenster und Türen schließen, Rollläden herunterlassen oder Vorhänge zuziehen kann bereits helfen, einen Teil der äußeren Reize abzuschwächen.
Auch gleichmäßige Hintergrundgeräusche können den Donner etwas weniger dominant erscheinen lassen. Leise Musik, der Fernseher oder ein anderes vertrautes Geräusch können dafür geeignet sein. Solche Maßnahmen werden auch in der veterinärmedizinischen Verhaltenstherapie empfohlen.

💜 Wenn dein Hund deine Nähe sucht, darfst du für ihn da sein

Hier möchte ich mit einem alten Ratschlag aufräumen, den viele Hundemenschen wahrscheinlich schon einmal gehört haben:

„Du darfst deinen Hund nicht trösten, sonst verstärkst du seine Angst.“

Angst ist aber keine schlechte Angewohnheit, für die dein Hund belohnt werden möchte.
Wenn dein Hund bei dir Schutz sucht, darfst du ihm ruhig Nähe anbieten. Setz dich zu ihm, sprich ruhig mit ihm oder berühre ihn sanft, wenn du merkst, dass ihm das guttut.
Zwinge ihn allerdings nicht zum Kuscheln. Möchte er lieber in seinem Körbchen oder unter dem Tisch liegen, ist auch das völlig in Ordnung.

🦴 Ablenkung kann helfen – aber nicht bei jedem Hund

Ein Kauartikel, ein gefülltes Beschäftigungsspielzeug oder ein kleines Suchspiel kann manchen Hunden helfen, sich mit etwas anderem zu beschäftigen.

Aber auch hier gilt: Schau auf deinen Hund.

Ein Hund, der bereits so große Angst hat, dass er kein Leckerli mehr nehmen möchte, braucht jetzt kein Beschäftigungsprogramm. Futterverweigerung kann bei Geräuschangst sogar ein Hinweis darauf sein, dass der Hund bereits sehr stark belastet ist.

🚪 Sicherheit geht vor

Besonders bei Feuerwerk können auch Hunde, die normalerweise zuverlässig hören, plötzlich versuchen zu fliehen.
Deshalb gehören für mich an solchen Tagen Türen und Fenster besonders gut gesichert. Spaziergänge sollten möglichst zu ruhigeren Zeiten stattfinden und ein ängstlicher Hund draußen zuverlässig gesichert sein.
Denn in Panik kann ein Hund vollkommen anders reagieren, als wir es von ihm gewohnt sind.


Was ich beim eigenen Hund ausprobieren würde

Wenn ich weiß, dass mein Hund bei Gewitter Angst bekommt, würde ich nicht fünf Dinge gleichzeitig ausprobieren.
Ich würde zunächst beobachten:

Wo sucht mein Hund von selbst Schutz?

Genau dort würde ich anfangen.

Diesen Platz würde ich bereits an ruhigen Tagen besonders gemütlich und positiv machen. Beim nächsten Gewitter würde ich dann Fenster schließen, Lichtreize reduzieren und für ein gleichmäßiges Hintergrundgeräusch sorgen.
Und wenn mein Hund zu mir kommt, darf er auch bei mir sein.
So kann ich anschließend viel besser beurteilen, welche einzelne Maßnahme tatsächlich einen Unterschied macht.

Einer meiner Rückzugsorte

Für mich bedeutet Begleiten nicht, ihre Angst zu ignorieren, sondern ihr zu zeigen: Du bist nicht allein.


Du kannst schon vor dem nächsten Gewitter etwas tun

Wenn dein Hund erst einmal zitternd in der Ecke sitzt, können wir die Welt draußen nicht einfach leiser drehen. Deshalb lohnt es sich, schon an ruhigen Tagen etwas vorzubereiten.
Das Ziel ist dabei nicht, deinem Hund seine Angst einfach „abzugewöhnen“. Vielmehr soll er Strategien und Orte kennenlernen, die ihm Sicherheit geben können.

🏡 Mach seinen Rückzugsort zu einem echten Wohlfühlplatz

Hat dein Hund bereits einen Platz, den er freiwillig aufsucht, wenn er Ruhe möchte? Wunderbar. Genau diesen Ort kannst du nutzen.
Lass ihn dort auch im normalen Alltag ungestört schlafen und entspannen. Eine vertraute Decke oder ein Lieblingskissen können zusätzlich dafür sorgen, dass dieser Platz mit Ruhe verbunden bleibt.
Bei Gewitter kannst du versuchen, Licht- und Geräuschreize dort etwas abzuschirmen. Wichtig ist jedoch: Dein Hund sollte seinen Rückzugsort jederzeit freiwillig betreten und wieder verlassen können.

🎵 Geräusche können behutsam trainiert werden

Bei manchen Hunden kann ein gezieltes Geräuschtraining sinnvoll sein. Dabei werden beispielsweise Aufnahmen von Gewitter oder Feuerwerk zunächst so leise abgespielt, dass der Hund entspannt bleibt.
Währenddessen kann etwas Angenehmes passieren: ein Leckerli, ein kleines Spiel oder einfach entspanntes Zusammensein.
Erst wenn der Hund mit dieser Lautstärke wirklich gelassen bleibt, wird sie ganz allmählich erhöht.

Dabei gilt allerdings: Mehr ist nicht besser.

Zeigt dein Hund Unruhe oder Angst, war der Trainingsschritt bereits zu groß. Ihn mit lauten Gewittergeräuschen zu konfrontieren, damit er sich „daran gewöhnt“, kann seine Angst sogar verstärken. Bei ausgeprägter Geräuschangst würde ich deshalb fachliche Unterstützung durch eine qualifizierte Verhaltenstrainerin, einen Verhaltenstrainer oder eine tierärztliche Verhaltenstherapie empfehlen.

🌩️ Entwickle einen Plan, bevor das Gewitter da ist

Wenn du weißt, dass dein Hund empfindlich auf Gewitter reagiert, kannst du dir schon vorher überlegen:
Wo darf er sich zurückziehen? Was hilft dabei, den Raum abzudunkeln?
Welche vertrauten Geräusche könntest du einschalten? Möchte dein Hund normalerweise Nähe oder lieber Abstand?

So musst du nicht erst überlegen, was du tun könntest, wenn draußen bereits der erste Donner zu hören ist.

Und auch ein Blick auf die Wettervorhersage kann helfen. Ist ein Gewitter angekündigt, kannst du beispielsweise den größeren Spaziergang vorher erledigen, damit dein Hund während des Unwetters möglichst nicht mehr hinaus muss.


Und vor allem: Beobachte deinen Hund

Was einem Hund hilft, muss beim nächsten nicht funktionieren.
Vielleicht entspannt dein Hund bei ruhiger Musik. Vielleicht möchte er ganz nah bei dir liegen. Vielleicht verschwindet er lieber in seiner Höhle und möchte dort einfach seine Ruhe haben.
All das sind Informationen, die dir helfen, deinen eigenen Hund besser zu verstehen.
Du könntest dir nach einem Gewitter sogar kurz notieren, was passiert ist:

Wann wurde mein Hund unruhig? Wo hat er Schutz gesucht? Was habe ich ausprobiert? Wurde es dadurch besser – oder erst, als das Gewitter nachließ?

Gerade die letzte Frage finde ich wichtig. Denn manchmal glauben wir, ein bestimmtes Mittel oder eine Maßnahme habe geholfen, obwohl sich zur gleichen Zeit einfach die Situation verändert hat.

Sweety zieht sich gerne in ihr Tipi zurück, wenn sie ihre Ruhe haben möchte. Solche selbst gewählten Rückzugsorte können gerade in aufregenden Situationen besonders wertvoll sein.


CBD, Kräuter & Co. – können beruhigende Mittel wirklich helfen?

Wenn ein Hund bei Gewitter oder Feuerwerk Angst hat, wünschen wir uns verständlicherweise etwas, das ihm möglichst schnell hilft. Deshalb begegnen uns immer wieder Empfehlungen für CBD-Tropfen, pflanzliche Präparate, Bachblüten oder spezielle Ergänzungsfuttermittel.

Doch gerade hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Denn „natürlich“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Mittel für jeden Hund geeignet ist oder zuverlässig wirkt.

🌿 Pflanzliche Unterstützung bei Unruhe

Bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe werden traditionell eingesetzt, um Ruhe und Entspannung zu unterstützen. Auch für Hunde gibt es entsprechende Ergänzungsfuttermittel.

Ich sehe solche Produkte allerdings als mögliche Begleitung – nicht als Lösung für eine ausgeprägte Geräuschangst.

Wenn du weißt, dass dein Hund bei einem bevorstehenden Ereignis wie Feuerwerk unruhig wird, kann es sinnvoll sein, dich bereits vorher über geeignete Unterstützung zu informieren. Dabei solltest du immer auf die Zusammensetzung, die richtige Dosierung und mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten achten.

💜 Relax Vital von Provicell

Eine Möglichkeit, die ich in diesem Zusammenhang interessant finde, ist Relax Vital von Provicell. Es enthält unter anderem pflanzliche Bestandteile wie Baldrian, Melisse, Kamille und Hopfen sowie L-Tryptophan und ist als Ergänzungsfuttermittel für Hunde gedacht.
Der Hersteller nennt beispielsweise Feuerwerk, Gewitter, Reisen und andere ungewohnte Situationen als mögliche Einsatzbereiche.
Für mich ist dabei wichtig: Auch ein solches Ergänzungsfuttermittel nimmt einem Hund nicht automatisch seine Angst. Es kann vielmehr ein Baustein sein, während wir gleichzeitig für Sicherheit, einen geschützten Rückzugsort und einen möglichst entspannten Umgang mit der Situation sorgen.

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🐾 Pro Relax von AniFit

Auch Pro Relax von AniFit ist für Situationen gedacht, in denen Hunde mit Unruhe oder Anspannung reagieren. Die Tropfen enthalten verschiedene Pflanzenextrakte, darunter Passionsblume, Weißdorn und Lavendel.
Bei vorhersehbaren Situationen wie Silvester liegt der Vorteil darin, dass wir uns vorher mit der Unterstützung unseres Hundes beschäftigen können und nicht erst dann anfangen, nach einer Lösung zu suchen, wenn er bereits große Angst hat.
Auch hier gilt für mich: Es ist eine mögliche Unterstützung – kein Ersatz für eine Behandlung, wenn dein Hund unter ausgeprägter Angst oder Panik leidet.

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🌱 Und was ist mit CBD-Tropfen?

CBD wird ebenfalls häufig empfohlen, wenn Hunde bei Gewitter, Feuerwerk oder in anderen Situationen Angst zeigen.
Dabei sollten wir allerdings vorsichtig mit Aussagen wie „CBD beruhigt Hunde“ oder „CBD hilft gegen Gewitterangst“ sein.
Die wissenschaftliche Datenlage zur Wirkung von CBD bei Angst und insbesondere Geräuschangst beim Hund ist bislang nicht eindeutig genug, um eine zuverlässige Wirkung zu versprechen.
Und hier kommt noch etwas hinzu, das wir im Alltag schnell übersehen können:
Bekommt ein Hund während eines Gewitters CBD und wird eine halbe Stunde später ruhiger, bedeutet das nicht automatisch, dass die Tropfen dafür verantwortlich waren.

Vielleicht hat das CBD eine Rolle gespielt.

Vielleicht wurde aber auch der Donner schwächer, das Gewitter zog weiter oder der Hund fühlte sich inzwischen an seinem Rückzugsort sicherer.
Aus einer einzelnen Beobachtung können wir deshalb keine zuverlässige Wirkung ableiten.
Wenn du CBD für deinen Hund in Betracht ziehst, würde ich das vorher mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt besprechen – besonders dann, wenn dein Hund Medikamente bekommt oder gesundheitliche Probleme hat.


Mein Fazit zu unterstützenden Mitteln

Ich möchte weder pflanzliche Produkte noch CBD grundsätzlich ablehnen.
Aber ich möchte auch nicht den Eindruck vermitteln:

Ein paar Tropfen – und die Angst ist weg.

Gerade bei einem Hund, der sich verkriecht, stark hechelt, am ganzen Körper zittert oder Fluchtversuche unternimmt, sollten wir die Angst ernst nehmen.
Ein Ergänzungsprodukt kann möglicherweise ein Baustein sein.
Sicherheit, Rückzugsmöglichkeiten, ein verständnisvoller Umgang, behutsames Training und – wenn notwendig – professionelle Hilfe sind mindestens genauso wichtig.
Denn am Ende geht es nicht darum, dass unser Hund nach außen ruhig aussieht.

Es geht darum, dass er sich wirklich sicherer fühlt.

Ich habe immer einen Platz für eine ruhige Pause


Wann braucht dein Hund professionelle Hilfe?

Ein bisschen Unruhe beim ersten Donner ist etwas anderes als ein Hund, der am ganzen Körper zittert, panisch flüchten möchte oder über längere Zeit überhaupt nicht mehr zur Ruhe findet.
Spätestens dann würde ich nicht mehr darauf vertrauen, dass ein Rückzugsort oder ein beruhigendes Ergänzungsfuttermittel allein ausreicht.
Sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, wenn dein Hund zum Beispiel:

🐾 bei Gewitter oder Feuerwerk stark zittert oder hechelt
🐾 panisch versucht zu flüchten
🐾 sich selbst verletzen könnte
🐾 über längere Zeit nicht mehr ansprechbar oder kaum zu beruhigen ist
🐾 aus Angst weder Futter noch Wasser annehmen möchte
🐾 schon lange vor dem eigentlichen Gewitter unruhig wird
🐾 oder seine Geräuschangst von Mal zu Mal stärker wird.

Geräuschangst ist nichts, womit ein Hund einfach leben muss.

Je nach Ausprägung können eine tierärztliche Untersuchung, ein individuell aufgebautes Verhaltenstraining oder bei starker Angst auch geeignete Medikamente Teil der Behandlung sein. Das ist kein Versagen und auch kein „Ruhigstellen“ des Hundes. Ziel einer guten Behandlung ist, Angst und Stress tatsächlich zu reduzieren. Veterinärmedizinische Leitlinien sehen bei ausgeprägten Geräuschphobien sowohl Verhaltenstherapie als auch – je nach Hund – angstlösende Medikamente als mögliche Bestandteile der Behandlung vor.
Gerade wenn die Angst plötzlich neu auftritt oder sich deutlich verstärkt, würde ich ebenfalls mit der Tierarztpraxis sprechen. Auch gesundheitliche Veränderungen können beeinflussen, wie empfindlich ein Hund auf Geräusche reagiert.


Warte nicht erst auf die nächste Panik

Das ist vielleicht einer der wichtigsten Gedanken dieses Artikels.
Wenn du heute schon weißt, dass dein Hund bei Gewitter oder Feuerwerk große Angst bekommt, warte nicht bis Silvesterabend um 22 Uhr, um nach einer Lösung zu suchen.

Nutze die ruhige Zeit.

Beobachte deinen Hund, richte seinen Rückzugsort ein, sprich bei stärkerer Angst frühzeitig mit deiner Tierarztpraxis und beginne ein behutsames Training lange vor der nächsten belastenden Situation.
Denn Vorbereitung gibt nicht nur deinem Hund mehr Sicherheit.
Sie gibt auch dir einen Plan.

Meine Seelenhündin


Wir können Gewitter und Feuerwerk nicht verhindern. Aber wir können unseren Hunden helfen, sich in diesen Momenten sicherer zu fühlen.


Schau auf deinen Hund, nicht auf das Wundermittel

Als ich den zitternden Hund während des Gewitters erlebt habe, hat mich dieser Anblick noch eine ganze Weile beschäftigt.
Nicht, weil Angst bei Hunden etwas Ungewöhnliches wäre.
Sondern weil man in diesem Moment so deutlich sieht, wie hilflos sich ein Hund fühlen kann.
Und natürlich möchten wir dann helfen. Am liebsten hätten wir etwas in der Hand, das wir geben können und kurze Zeit später ist alles wieder gut.

Doch so einfach ist Angst leider nicht.

CBD, pflanzliche Ergänzungsfuttermittel oder andere unterstützende Möglichkeiten können für manche Hunde interessant sein. Aber kein Mittel sollte uns davon abhalten, zuerst unseren Hund anzuschauen.

Was macht ihm Angst?

Wo fühlt er sich sicher?

Was hilft ihm wirklich?

Und ist seine Angst vielleicht schon so groß, dass er professionelle Unterstützung braucht?

Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft, die ich dir aus diesem Artikel mitgeben möchte:

Dein Hund muss mit seiner Angst nicht alleine bleiben.

Gib ihm einen sicheren Ort. Sei für ihn da, wenn er deine Nähe sucht. Bereite dich auf Situationen vor, von denen du weißt, dass sie schwierig werden können. Und hole dir Unterstützung, wenn du merkst, dass ihr es alleine nicht schafft.
Denn das Ziel ist nicht, dass dein Hund während eines Gewitters einfach still in seinem Körbchen liegt.

Das Ziel ist, dass er sich sicherer fühlt.

Und manchmal beginnt genau das mit etwas ganz Einfachem:
Hinsehen.
Beobachten.
Und unseren Hund ernst nehmen.


Rechtlicher Hinweis
Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei starker, zunehmender oder plötzlich auftretender Angst sowie bei gesundheitlichen Auffälligkeiten solltest du dich an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt wenden. Nahrungsergänzungen und andere unterstützende Mittel sollten insbesondere bei bestehenden Erkrankungen oder gleichzeitiger Medikamentengabe vorab tierärztlich abgeklärt werden.

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